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Discord Anti-Nuke: Server vor bösartigen Admins und Bots schützen

Discord Anti-Nuke einrichten: Grenzwerte für Löschungen und Bans, automatische Gegenmaßnahmen, Vorfälle rückgängig machen und Admin-Rechte sparsam vergeben.

  • 10 Min. Lesezeit
  • 7 Schritte
  • Aktualisiert am 5. November 2026
Inhalt
  1. Wie ein Nuke abläuft
  2. Erst die Rechte, dann der Bot
  3. 1. Zeitmaschine einschalten
  4. 2. Empfindlichkeit wählen
  5. 3. Gegenmaßnahme festlegen
  6. 4. Alarm-Channel festlegen
  7. 5. Vertrauensliste pflegen
  8. 6. Vorfall rückgängig machen (Pro)
  9. 7. Backup als Rückfallebene
  10. Checkliste
  11. Häufige Fehler
  12. Häufige Fragen

Ein Nuke dauert oft keine Minute. Ein Account mit zu vielen Rechten löscht Channel um Channel, entfernt Rollen, bannt Mitglieder und legt zum Schluss noch ein paar Spam-Webhooks an. Meist steckt kein verärgertes Teammitglied dahinter, sondern ein gekaperter Account oder ein Bot, dem jemand leichtfertig das Recht Administrator gegeben hat.

Gegen einen Nuke hilft keine Verifizierung und kein Wortfilter, denn der Angriff kommt von innen. Ein guter Discord Anti-Nuke-Schutz besteht deshalb aus zwei Teilen: Rechte so vergeben, dass ein einzelner Account wenig kaputt machen kann, und einem Bot, der Massenaktionen erkennt, sofort stoppt und den Schaden danach wieder rückgängig macht. Beides richtest du in diesem Ratgeber ein.

Wie ein Nuke abläuft

Fast jeder Nuke folgt demselben Muster:

  1. Zugang: Der Angreifer übernimmt einen Account mit Moderations- oder Admin-Rechten, zum Beispiel über einen gefälschten Login-Link oder ein gestohlenes Session-Token. Oder er bringt jemanden dazu, einen präparierten Bot mit vollen Rechten einzuladen.
  2. Rechte ausweiten: Oft gibt er sich selbst oder @everyone zuerst gefährliche Rechte, damit er nicht an der Rollen-Hierarchie scheitert.
  3. Zerstören: In wenigen Sekunden werden Channels und Rollen gelöscht, Mitglieder gebannt oder gekickt, Emojis entfernt.
  4. Nachlegen: Neue Channels und Webhooks fluten den Server mit Spam, und frische Einladungen holen weitere Accounts herein.

Discord selbst begrenzt solche Aktionen kaum. Wer das Recht Kanäle verwalten hat, darf jeden Channel löschen, so viele er will. Genau hier setzt Anti-Nuke an: Es zählt pro Account, was in kurzer Zeit passiert, und greift ein, sobald es nach Zerstörung aussieht.

Erst die Rechte, dann der Bot

Kein Anti-Nuke-Bot kann einen Account stoppen, der über ihm steht. Bevor du etwas einschaltest, räumst du deshalb die Rechte auf:

  • Administrator nur für ein bis zwei Personen, denen du den ganzen Server anvertrauen würdest. Moderatoren brauchen es nicht, ihnen reichen gezielte Rechte wie Mitglieder bannen, Mitglieder moderieren für Timeouts und Nachrichten verwalten.
  • Kein Administrator für Bots, die es nicht wirklich brauchen. Beim Einladen eines Bots zeigt Discord die angeforderten Rechte an, dort kannst du einzelne Häkchen entfernen. Ein Musik- oder Statistik-Bot braucht weder Administrator noch Rollen verwalten.
  • Lizbot-Rolle nach oben schieben: Lizbot kann nur gegen Mitglieder vorgehen, deren höchste Rolle unter seiner eigenen steht. Ziehe die Lizbot-Rolle in Servereinstellungen, Rollen, über alle Team-Rollen. Nur der Server-Owner steht immer darüber.
  • Zwei-Faktor-Pflicht für Moderation: In den Servereinstellungen unter Sicherheitseinrichtung kannst du im Bereich Moderation verlangen, dass alle mit Moderationsrechten 2FA aktiviert haben. Einschalten kann das nur der Server-Owner, und nur, wenn sein eigener Account 2FA nutzt. Gekaperte Team-Accounts können dann ohne zweiten Faktor keine Moderationsaktionen mehr ausführen. Schritt für Schritt erklärt das der Ratgeber Zwei-Faktor-Pflicht für Moderation.
  • Rechte regelmäßig prüfen: Ehemalige Teammitglieder und alte Bots verlieren ihre Rollen, sobald sie nicht mehr aktiv sind.

Wie du eine saubere Rollen-Hierarchie aufbaust, zeigt der Ratgeber Discord-Rollen einrichten.

Verlässt jemand das Team, entziehst du die Rechte vollständig. Eine Checkliste dafür bietet der Ratgeber Discord-Moderator entfernen. Vergiss dabei die Webhooks nicht, denn auch über sie lässt sich ein Server fluten. Wie du das verhinderst, steht unter Discord-Webhook missbraucht.

1. Zeitmaschine einschalten

In Lizbot heißt der Anti-Nuke-Schutz Zeitmaschine. Du findest ihn im Dashboard unter Moderation im Reiter Zeitmaschine. Er ist standardmäßig aus. Schalte Zeitmaschine einschalten an. Nur Admins können die Zeitmaschine einstellen und Vorfälle rückgängig machen.

Lizbot liest dafür das Audit-Log von Discord und erkennt so, welcher Account eine Aktion ausgeführt hat. Erkennung, Gegenmaßnahme, Alarm und das Pausieren von Einladungen sind in allen Plänen enthalten, auch im Free-Plan.

2. Empfindlichkeit wählen

Unter Empfindlichkeit gibt es drei Voreinstellungen. Sie legen fest, wie viele Aktionen ein einzelner Account in einem Zeitfenster ausführen darf:

GrenzeStrengNormalLocker
Zeitfenster60 Sekunden30 Sekunden15 Sekunden
Gelöschte Channels258
Gelöschte Rollen258
Bans3815
Kicks3815
Neue Channels51020
Neue Webhooks3510
Gefährliche Rechte vergeben123
Gefährliche Rechte für @everyone111

Dazu kommen Grenzen für neue Rollen, gelöschte Webhooks, gelöschte Emojis und Sticker sowie entzogene Mitglieder-Rollen. Erreicht ein Account eine dieser Grenzen, greift die Zeitmaschine ein.

So entscheidest du:

  • Streng passt zu Servern, auf denen selten umgebaut wird, etwa einer kleinen Freundesgruppe oder einem Clan mit festem Aufbau.
  • Normal ist die Voreinstellung und für die meisten Server richtig.
  • Locker gibt Teams mehr Luft, die oft aufräumen oder Event-Channels in Serie anlegen. Gefährliche Rechte für @everyone lösen trotzdem sofort aus.

Unter Erweiterte Grenzen passt du jeden Wert einzeln an. Die Anzeige springt dann auf Eigene Werte. Ein typisches Beispiel: Dein Team bannt nach einem Raid regelmäßig viele Accounts auf einmal. Dann erhöhst du nur die Grenze für Bans und lässt den Rest auf Normal.

Was als gefährliches Recht gilt: Administrator, Server verwalten, Rollen verwalten, Kanäle verwalten, Mitglieder bannen und Webhooks verwalten. Gezählt wird, wenn eine Rolle eines dieser Rechte bekommt oder ein Mitglied eine solche Rolle erhält. Was jedes dieser Rechte im Einzelnen erlaubt, steht in Discord-Berechtigungen erklärt.

Das richtet Lizbot für dich ein

Moderation und AutoMod für Discord

Jede Verwarnung, jeder Timeout und jeder Ban bekommt eine Fallnummer mit Grund. So sieht dein Team auf einen Blick, was mit einem Mitglied schon war.

Moderation mit Lizbot einrichtenDer Free-Plan ist dauerhaft kostenlos. Nach dem Hinzufügen landest du direkt in den passenden Einstellungen.

3. Gegenmaßnahme festlegen

Unter Gegenmaßnahme gegen den Account wählst du, was Lizbot mit dem auslösenden Account macht:

  • Gefährliche Rollen entziehen (Voreinstellung): Lizbot nimmt dem Account alle Rollen mit gefährlichen Rechten. Der Account bleibt auf dem Server, kann aber nichts mehr zerstören. Das ist meist die beste Wahl, denn oft ist es ein gekaperter Account eines echten Teammitglieds.
  • Kicken: Der Account fliegt vom Server und kann über eine Einladung zurückkommen.
  • Bannen: Der Account wird ausgesperrt. Sinnvoll, wenn bei dir fast nur Bots und sehr wenige Personen Admin-Rechte haben.

Löst ein Bot aus und steht die Gegenmaßnahme auf Rollen entziehen, kickt Lizbot den Bot stattdessen.

Zusätzlich gibt es drei Schalter, die standardmäßig an sind:

  • Gefährliche Rechte aus dem Vorfall sofort entziehen: Hat der Account sich oder @everyone neue gefährliche Rechte gegeben, dreht Lizbot genau diese Änderung zurück. Es entfernt nur, was im Vorfall dazukam, und vergibt dabei nie Rechte.
  • Bots mit gefährlichen Rechten sofort entfernen: Fügt ein nicht freigegebener Account einen Bot mit gefährlichen Rechten hinzu, kickt Lizbot den Bot und greift beim Account ein.
  • Einladungen pausieren: Lizbot pausiert bei einem Vorfall alle Einladungen über Discords Vorfall-Aktionen, damit niemand nachkommt. Unter Dauer der Pause stellst du 10 Minuten bis 24 Stunden ein, voreingestellt ist eine Stunde. Dafür braucht Lizbot das Recht Server verwalten.

4. Alarm-Channel festlegen

Wähle einen Alarm-Channel, den nur dein Team sieht. Ohne eigene Auswahl nutzt Lizbot den Mod-Log-Channel. Ist keiner von beiden gesetzt, gibt es keinen Alarm im Server, deshalb solltest du hier unbedingt etwas eintragen. Der Alarm nennt den Account, was er in welchem Zeitfenster getan hat, welche Gegenmaßnahme gegriffen hat und ob die Einladungen pausiert sind. Jeder Vorfall bekommt eine Nummer.

Stell für den Alarm-Channel die Benachrichtigungen bei deinem Team auf alle Nachrichten. So bemerkt ihr einen Vorfall sofort und nicht erst Stunden später.

Mit Alarm auch beim Server-Owner bekommst du außerdem eine Meldung, wenn der Owner-Account selbst massenhaft löscht. Lizbot greift beim Owner nie ein, aber falls dein eigener Account übernommen wurde, siehst du es sofort und kannst den Vorfall ab Pro trotzdem rückgängig machen.

5. Vertrauensliste pflegen

Unter Freigegebene Nutzer-IDs trägst du Accounts ein, die nie gezählt werden. Das sind vor allem andere Bots, die regelmäßig aufräumen, etwa einer, der jede Nacht temporäre Channels löscht. Lizbot selbst wird nie bestraft.

Halte diese Liste kurz. Jeder Eintrag ist ein Account, der ungebremst löschen darf. Trage keine Menschen ein, nur weil sie oft umbauen. Für sie ist eine höhere Grenze oder die Empfindlichkeit Locker die bessere Lösung, denn auch ihr Account kann gekapert werden.

Die Nutzer-ID kopierst du, indem du in den Discord-Einstellungen bei den App-Einstellungen unter Erweitert den Entwicklermodus einschaltest und dann per Rechtsklick auf den Account Benutzer-ID kopieren wählst. Wie das auch am Handy klappt, zeigt der Ratgeber Discord-ID kopieren.

6. Vorfall rückgängig machen (Pro)

Jeder Vorfall enthält eine Momentaufnahme dessen, was der Account gelöscht oder geändert hat. Ab Pro trägt der Alarm einen Button Rückgängig machen. Bevor Lizbot loslegt, zeigt es dir, was es neu anlegt und zurückdreht, und du bestätigst noch einmal. Im Dashboard findest du alle Vorfälle in der Liste Vorfälle im Reiter Zeitmaschine.

Beim Rückgängigmachen legt Lizbot genau die gelöschten Channels und Rollen wieder an, mit ihren Rechten und so nah wie möglich an der alten Position, und dreht die Rechte-Änderungen aus dem Vorfall zurück. Du entscheidest dabei:

  • Gebannte Nutzer entbannen: Standardmäßig aus, damit du erst prüfen kannst, ob unter den Bans auch berechtigte waren.
  • Im Vorfall angelegte Channels, Rollen und Webhooks löschen: Räumt den Spam des Angreifers weg.
  • Gesicherte Nachrichten aus einem Backup als Archiv-Datei posten: Nur möglich, wenn ein Backup die Nachrichten gesichert hat.

Was nicht geht: Nachrichten gelöschter Channels sind bei Discord weg und kommen nur über ein Backup als Archiv zurück. Gekickte Mitglieder müssen neu beitreten. Gelöschte Webhooks bekommen neue Adressen, verbundene Dienste musst du neu einrichten. Rollen mit Team-Rechten gibt Lizbot Mitgliedern nicht automatisch zurück, das entscheidest du selbst.

Ab Pro sichert Lizbot zusätzlich Struktur-Schnappschüsse von Rollen, Channels und Rechten: in Pro einmal am Tag, in Studio alle 6 Stunden mit 7 Tagen Verlauf. Fehlt bei einem Vorfall ein Detail, etwa weil das Audit-Log nicht alles verraten hat, ergänzt Lizbot es von dort.

7. Backup als Rückfallebene

Im Free-Plan gibt es kein genaues Rückgängigmachen. Dafür bietet der Alarm einen Button Fehlendes wiederherstellen an, sobald ein Backup existiert. Damit holt Lizbot fehlende Channels und Rollen aus dem letzten Backup zurück. Dasselbe geht mit /server backup restore und dem Modus fehlend.

Lege dafür jetzt ein Backup an, mit /server backup create oder im Dashboard unter Backups. Im Free-Plan kannst du zwei Backups speichern, in Pro zehn mit automatischen Backups, in Studio 50 samt Nachrichten. Ein Backup, das erst nach dem Nuke entsteht, sichert nur noch den zerstörten Zustand. Mehr dazu im Ratgeber Discord-Backup.

Was Discord bei gelöschten Channels und Rollen selbst noch zulässt und wann nur das Backup hilft, erklärt der Ratgeber Gelöschten Kanal oder Rolle wiederherstellen.

Checkliste

  • Administrator haben höchstens ein bis zwei Personen und kein Bot ohne echten Bedarf
  • Lizbot-Rolle steht über allen Team-Rollen
  • 2FA-Pflicht für Moderation ist an
  • Zeitmaschine ist eingeschaltet, Empfindlichkeit gewählt
  • Gegenmaßnahme steht auf Gefährliche Rollen entziehen oder strenger
  • Einladungen pausieren ist an und Lizbot hat Server verwalten
  • ein Alarm-Channel nur für das Team ist gewählt
  • nur aufräumende Bots stehen auf der Vertrauensliste
  • ein aktuelles Backup existiert

Häufige Fehler

  • Lizbot-Rolle zu weit unten: Der Alarm meldet dann „keine“ Gegenmaßnahme, weil die Rolle des Accounts auf oder über Lizbots Rolle steht. Der Schutz erkennt den Nuke, kann ihn aber nicht stoppen.
  • Zu viele Admins: Jeder Admin-Account ist ein mögliches Einfallstor. Anti-Nuke bremst einen Angriff, verhindert aber nicht den ersten Schaden bis zur Grenze.
  • Menschen auf der Vertrauensliste: Wird ein freigegebener Account gekapert, zählt Lizbot seine Aktionen gar nicht.
  • Grenzen zu niedrig für den Alltag: Wer nach jedem Turnier zehn Channels löscht, löst mit Streng ständig Fehlalarme aus. Passe lieber einzelne Grenzen an.
  • Backup vergessen: Ohne Pro und ohne Backup erkennt Lizbot den Nuke, aber du baust die gelöschten Channels von Hand wieder auf.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Anti-Nuke und Raid-Schutz?

+

Raid-Schutz wehrt Angriffe von außen ab, also viele neue Accounts, die gleichzeitig beitreten. Anti-Nuke schützt vor Accounts, die schon Rechte auf deinem Server haben. Beides ergänzt sich, mehr dazu im Ratgeber Raid-Schutz.

Ist der Anti-Nuke-Schutz kostenlos?

+

Erkennung, Gegenmaßnahme, Alarm und das Pausieren von Einladungen sind im Free-Plan enthalten. Das genaue Rückgängigmachen von Vorfällen und tägliche Struktur-Schnappschüsse gibt es ab Pro, Schnappschüsse alle 6 Stunden mit 7 Tagen Verlauf in Studio.

Schützt Anti-Nuke auch, wenn der Owner-Account gekapert wird?

+

Lizbot greift beim Server-Owner nie ein. Mit Alarm auch beim Server-Owner bekommst du aber eine Meldung, und den Vorfall kannst du trotzdem rückgängig machen. Schütze deinen eigenen Account deshalb unbedingt mit Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Stört Anti-Nuke meine anderen Bots?

+

Nur wenn sie in kurzer Zeit viel löschen oder bannen. Trage solche Bots unter Freigegebene Nutzer-IDs ein. Prüfe außerdem, ob sie wirklich gefährliche Rechte brauchen.

Kommen gelöschte Nachrichten zurück?

+

Nur, wenn ein Backup sie gesichert hat. Nachrichten mitsichern kann Lizbot im Studio-Plan. Beim Rückgängigmachen postet Lizbot sie dann als Archiv-Datei in den neu angelegten Channel.

Was soll ich tun, wenn der Alarm kommt?

+

Prüfe im Alarm, welcher Account ausgelöst hat, und sprich die Person über einen anderen Weg an. Lass sie ihr Passwort ändern und alle Sitzungen abmelden. Danach machst du den Vorfall rückgängig oder stellst Fehlendes aus dem Backup wieder her und gibst die Rollen erst zurück, wenn der Account wieder sicher ist. Den kompletten Ablauf für den Ernstfall findest du im Notfallplan für einen gehackten Server.

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