Inhalt
- Was Discords Onboarding ist und wer es bekommt
- Bevor du anfängst: Rollen und Channels planen
- 1. Standardkanäle festlegen
- 2. Fragen anlegen und mit Rollen verknüpfen
- 3. Server-Leitfaden und Aufgaben für Neue gestalten
- 4. Begrüßung mit Lizbot ergänzen
- 5. Begrüßung bei Rollenvergabe nutzen
- 6. Rollenmenü für spätere Änderungen
- Onboarding mit Verifizierung kombinieren
- Autoroles richtig abstimmen
- Checkliste
- Häufige Fehler
- Häufige Fragen
Wer einem großen Server beitritt und sofort vierzig Channels sieht, weiß oft nicht, wo er anfangen soll. Discords eigenes Onboarding löst genau das: Neue Mitglieder beantworten ein paar Fragen, bekommen passende Rollen und sehen nur die Channels, die sie wirklich interessieren. Der Rest bleibt erreichbar, stört aber nicht.
In diesem Ratgeber richtest du das Discord-Onboarding Schritt für Schritt ein: Standardkanäle, Fragen mit Rollen, den Server-Leitfaden mit Aufgaben für Neue. Danach verbindest du es sinnvoll mit Lizbot, damit Begrüßung, Regeln, Verifizierung und Rollenmenüs zum Onboarding passen, statt sich gegenseitig auszubremsen.
Was Discords Onboarding ist und wer es bekommt
Onboarding gibt es nur auf Community-Servern. Hast du Community noch nicht aktiviert, findest du den Schalter in den Servereinstellungen unter Community aktivieren. Discord verlangt dafür unter anderem einen Regel-Channel, einen Channel für Community-Updates und eine Verifizierungsstufe, bei der Mitglieder eine bestätigte E-Mail-Adresse brauchen. Alle Voraussetzungen im Detail zeigt der Ratgeber Community-Server aktivieren. Wie du einen Server von Grund auf sauber aufbaust, steht im Ratgeber Discord-Server erstellen.
Danach liegt das Onboarding in den Servereinstellungen im Bereich Community unter Onboarding. Es besteht aus mehreren Teilen:
- Standardkanäle: Diese Channels sieht jedes neue Mitglied, unabhängig von seinen Antworten.
- Fragen: Auswahlfragen, deren Antworten Rollen vergeben und weitere Channels einblenden.
- Server-Leitfaden: eine Startseite mit Begrüßung, Aufgaben für Neue und Ressourcen.
Das Onboarding sehen alle, die neu beitreten. Bestehende Mitglieder durchlaufen es nicht automatisch, sie können ihre Auswahl aber jederzeit über Kanäle & Rollen oben in der Channel-Liste ändern. Dort erscheinen auch Fragen, die du nicht in den eigentlichen Ablauf aufgenommen hast.
Bevor du anfängst: Rollen und Channels planen
Das Onboarding ordnet nur zu, was schon existiert. Lege deshalb zuerst die Rollen und Channels an, die du vergeben willst. Eine gute Faustregel: Jede Frage beantwortet genau eine Sache, und jede Antwort führt zu einer Rolle, einem Channel oder beidem.
Für einen Gaming-Server könnte der Plan so aussehen:
| Frage | Antworten | Ergebnis |
|---|---|---|
| Welche Spiele spielst du? | Shooter, Strategie, Survival | je eine Spiel-Rolle plus der passende Channel |
| Welche Sprache sprichst du? | Deutsch, Englisch | Sprachrolle, eigener Chat-Channel |
| Worüber willst du benachrichtigt werden? | Events, Streams, Updates | Ping-Rollen ohne Rechte |
Die Rollen dafür sollten keine Moderationsrechte haben, denn jeder kann sie sich selbst holen. Wie du die Rollen-Hierarchie und Rechte sauber aufbaust, steht im Ratgeber Discord-Rollen einrichten. Auch Pronomen-Rollen lassen sich als freiwillige Frage ins Onboarding einbauen.
1. Standardkanäle festlegen
Öffne Onboarding in den Servereinstellungen und wähle zuerst die Standardkanäle.
Discord verlangt dabei eine Mindestanzahl: Mindestens 7 Standardkanäle, von denen mindestens 5 so eingestellt sind, dass @everyone dort schreiben darf. Bei manchen Einstellungen zählen auch Channels mit, die über Fragen eingeblendet werden. Erreichst du die Zahlen nicht, lässt sich das Onboarding nicht aktivieren.
Gute Standardkanäle sind:
- Regeln und Ankündigungen
- der Willkommens-Channel, in dem die Begrüßung erscheint
- ein allgemeiner Chat und ein Channel zum Vorstellen
- Hilfe oder Support
- der Channel mit deinem Rollenmenü, falls du eines nutzt
Wichtig: Alles, was neue Mitglieder in den ersten Minuten brauchen, gehört in die Standardkanäle. Liegt der Willkommens-Channel nicht darin, sieht niemand die Begrüßung, auch wenn sie korrekt gepostet wird.
2. Fragen anlegen und mit Rollen verknüpfen
Im nächsten Schritt legst du die Fragen an. Für jede Frage legst du fest:
- den Fragetext, kurz und eindeutig
- die Antworten, jeweils mit Titel, optional Emoji und kurzer Beschreibung
- welche Rollen und Channels eine Antwort vergibt
- ob nur eine Antwort oder mehrere möglich sind
- ob die Frage Pflicht ist
Fragen können vor dem Beitritt oder nach dem Beitritt gestellt werden. Fragen vor dem Beitritt erscheinen direkt beim Beitreten und eignen sich für Grundlegendes wie Sprache oder Hauptspiel, also alles, was wichtige Rollen und Channels freischaltet. Fragen nach dem Beitritt landen unter Kanäle & Rollen und passen für Zusätzliches wie Ping-Rollen, die man jederzeit ändern kann.
Ein paar Regeln aus der Praxis:
- Drei bis fünf Fragen reichen. Jede weitere Frage kostet Neue Geduld.
- Nur eine Pflichtfrage. Pflicht sollte nur sein, was den Server für das Mitglied wirklich verändert, etwa die Sprache.
- Ping-Rollen klar benennen. „Event-Pings“ sagt mehr als „Events“. Wie du Ping-Rollen nur für die, die sie wollen aufbaust, steht in einem eigenen Ratgeber.
- Antworten testen. Prüfe mit einem Zweit-Account, ob jede Antwort die erwarteten Channels einblendet.
3. Server-Leitfaden und Aufgaben für Neue gestalten
Sind Standardkanäle und Fragen fertig, baust du den Server-Leitfaden. Er ist die Startseite, die neue Mitglieder zuerst sehen, und hat drei Teile:
- Begrüßung: eine kurze Willkommensnachricht im Namen eines Teammitglieds, dazu ein Bild. Schreib zwei, drei Sätze, die sagen, worum es auf dem Server geht.
- Aufgaben für neue Mitglieder: drei bis fünf kleine Aufgaben, die jeweils auf einen Channel verweisen, etwa „Stell dich in #vorstellung vor“ oder „Lies die Regeln“.
- Ressourcen: schreibgeschützte Channels wie Regeln, FAQ oder Anleitungen, die als eigene Seiten im Leitfaden erscheinen.
Gute Aufgaben sind konkret und schnell erledigt. „Schreib in #allgemein, welches Spiel du gerade spielst“ funktioniert besser als „Sei aktiv“. Mindestens eine Aufgabe sollte zur ersten Nachricht führen, denn wer einmal geschrieben hat, bleibt deutlich eher. Eine beliebte Aufgabe ist ein kurzer Steckbrief im Vorstellungskanal.
Ist der Server-Leitfaden aktiv, zeigt Discord neuen Mitgliedern den alten Begrüßungsbildschirm nicht mehr. Die Mitgliedschaftsprüfung mit den Regeln erscheint dagegen weiterhin. Zum Schluss prüfst du alles in der Übersicht und aktivierst das Onboarding.
4. Begrüßung mit Lizbot ergänzen
Der Server-Leitfaden ist für alle gleich. Eine persönliche Begrüßung im Channel liefert Lizbot. Im Dashboard öffnest du dazu das Modul Willkommen und schaltest im Reiter Willkommen die Willkommensnachricht auf Aktiv. Wähle als Channel einen der Standardkanäle und schreibe einen kurzen Text, zum Beispiel:
Willkommen {user.mention} auf **{guild.name}**! Schau in den Server-Leitfaden und stell dich gern in <#Channel-ID> vor.
Mit Vorschau per DM prüfst du die Nachricht vorab. Die Begrüßung ist im Free-Plan enthalten. Alle Optionen, von Embeds über Platzhalter bis zur Abschiedsnachricht, erklärt der Ratgeber Discord-Willkommensnachricht. Statt reinem Text kann Lizbot auch eine Willkommenskarte mit Avatar und Namen posten.
5. Begrüßung bei Rollenvergabe nutzen
Hier greifen Discord-Onboarding und Lizbot besonders gut ineinander. Im Modul Willkommen gibt es den Reiter Bei Rollenvergabe. Dort legst du Regeln an: Bekommt ein Mitglied eine bestimmte Rolle neu, postet Lizbot eine Begrüßung im gewählten Channel. Lizbot reagiert dabei auf jede neu vergebene Rolle, also auch auf Rollen, die Discord über eine Onboarding-Antwort vergibt.
Ein Beispiel für zweisprachige Server (wie du Sprachrollen und Kanäle insgesamt planst, erklärt der Ratgeber Mehrsprachiger Discord-Server):
- Im Onboarding fragst du nach der Sprache, die Antwort „Deutsch“ vergibt die Rolle Deutsch.
- In Lizbot legst du die Regel an: Rolle Deutsch, Channel #willkommen-de, Text
Hallo {user.mention}, schön, dass du bei {guild.name} bist! - Eine zweite Regel begrüßt die Rolle Englisch in #welcome-en auf Englisch.
Jede Regel greift pro Mitglied nur einmal, Bots werden übersprungen. Zusätzlich zu den normalen Platzhaltern stehen hier {role.name}, {role.mention} und {channel.mention} bereit. Du kannst bis zu 10 Regeln anlegen.
6. Rollenmenü für spätere Änderungen
Über Kanäle & Rollen können Mitglieder ihre Onboarding-Antworten jederzeit ändern. Viele finden diesen Weg aber nicht. Ein Rollenmenü in einem Standardkanal ist sichtbarer, Grundlagen dazu im Ratgeber Reaction Roles einrichten. Im Dashboard findest du es unter Rollen auf der Seite Rollenmenüs. Du wählst Channel, Typ (Buttons oder Dropdown), Titel und bis zu 25 Rollen und klickst auf Speichern und posten.
Zwei Optionen passen gut zum Onboarding:
- Nur eine Rolle gleichzeitig: Ein Klick tauscht die bisherige Rolle aus, ideal für Sprache oder Region.
- Benötigte Rolle: Nur Mitglieder mit dieser Rolle können das Menü nutzen, zum Beispiel erst nach Regeln oder Verifizierung.
Rollen mit Team-Rechten oder Rollen über der Lizbot-Rolle lässt Lizbot in einem Rollenmenü nicht zu. Im Free-Plan sind 5 Rollenmenüs enthalten, ab Pro beliebig viele. Mehr dazu im Ratgeber Discord-Rollen einrichten.
Onboarding mit Verifizierung kombinieren
Hier lauert der häufigste Konflikt. Discord verlangt, dass @everyone in mindestens fünf Standardkanälen schreiben darf. Eine strenge Verifizierung macht aber genau das Gegenteil: Neue sehen erst nur einen Channel und bekommen den Rest nach der Bestätigung. Beides vollständig gleichzeitig geht nicht. Du musst dich entscheiden, wie viel offen bleibt.
Weg A: Offener Einstieg mit Onboarding. Die Standardkanäle sind für alle schreibbar. Schutz vor Bots kommt über die Verifizierungsstufe von Discord, den AutoMod und den Raid-Schutz. Gut für öffentliche Communitys, die schnell wachsen wollen. Mehr dazu in den Ratgebern Discord AutoMod einrichten und Raid-Schutz.
Weg B: Onboarding plus geschützte Bereiche. Die Standardkanäle bleiben offen, aber sensible Bereiche wie Voice, Medien, Marktplatz oder Event-Anmeldungen sind nur mit einer verifizierten Rolle sichtbar. In Lizbot richtest du dafür im Modul Willkommen im Reiter Verifizierung die Methode ein (Button in Discord (ein Klick), Web-Seite mit Captcha oder Code per E-Mail) und wählst die Rolle nach Verifizierung. Diese Rolle schaltet nur die geschützten Bereiche frei. Die Bereiche selbst sperrst du über die Kanal-Berechtigungen für @everyone und gibst sie für die verifizierte Rolle frei. Ein Mindestalter des Accounts hält frische Wegwerf-Accounts zusätzlich draußen.
Weg C: Strenge Verifizierung ohne Onboarding. Für kleine, private oder besonders gefährdete Server ist ein vollständig gesperrter Einstieg oft die bessere Wahl. Dann verzichtest du auf Discords Onboarding und vergibst Interessen-Rollen nach der Verifizierung über ein Rollenmenü. Die Anleitung steht im Ratgeber Discord-Verifizierung.
Als Faustregel: Je öffentlicher und größer der Server, desto eher Weg A oder B. Je privater, desto eher Weg C.
Autoroles richtig abstimmen
Im Modul Willkommen im Reiter Autorollen vergibt Lizbot neuen Mitgliedern automatisch Rollen, getrennt für Mitglieder und Bots. Mit Onboarding brauchst du sie seltener, denn die Interessen-Rollen kommen aus den Antworten. Sinnvoll bleibt eine neutrale Grundrolle, etwa „Neu“, oder eine eigene Rolle für Bots. Alle Optionen erklärt der Ratgeber Automatisch Rollen vergeben beim Beitritt.
Die Option Erst nach Discord-Mitgliedschaftsprüfung vergeben gilt nur, wenn in den Discord-Servereinstellungen die Mitgliedschaftsprüfung aktiv ist. Dann wartet Lizbot, bis das Mitglied die Regeln dort bestätigt hat. Mit Lizbots eigener Verifizierung oder dem Modul Regeln akzeptieren hat sie nichts zu tun.
Vorsicht bei Weg B: Gibt eine Autorole schon beim Beitritt Zugang zu den geschützten Bereichen, umgeht das die Verifizierung. Ist die Lizbot-Verifizierung aktiv und vergeben Autoroles sofort beim Beitritt eine andere Rolle als die Rolle bis zur Verifizierung, zeigt das Dashboard deshalb einen Warnhinweis.
Checkliste
- Community ist aktiv, Rollen und Channels für alle Antworten existieren
- mindestens 7 Standardkanäle, davon 5 für
@everyoneschreibbar - Willkommens-, Regel- und Rollenmenü-Channel sind Standardkanäle
- höchstens eine Pflichtfrage, keine Antwort vergibt Team-Rechte
- Server-Leitfaden mit Begrüßung und drei bis fünf konkreten Aufgaben
- Lizbot-Rolle steht über allen Rollen, die Lizbot vergeben soll
- Begrüßung bei Rollenvergabe für Sprach- oder Bereichsrollen eingerichtet
- Ablauf mit einem Zweit-Account komplett durchgespielt
Häufige Fehler
- Welcome-Channel fehlt in den Standardkanälen: Lizbot postet die Begrüßung, aber neue Mitglieder sehen den Channel nicht.
- Zu viele Pflichtfragen: Wer vor dem Beitritt fünf Fragen beantworten muss, bricht eher ab.
- Channels nirgends zugeordnet: Ein Channel, der weder Standardkanal ist noch über eine Antwort eingeblendet wird, wird von Neuen kaum gefunden.
- Rolle über der Lizbot-Rolle: Dann kann Lizbot sie weder über Autoroles noch über Rollenmenüs vergeben. Zieh die Lizbot-Rolle in der Rollenliste nach oben.
- Strenge Verifizierung und Onboarding gleichzeitig: Sperrst du alles für
@everyone, erfüllt der Server die Mindestanzahl schreibbarer Standardkanäle nicht. Entscheide dich bewusst für einen der Wege oben. - Nie selbst getestet: Nur ein Testdurchlauf zeigt, ob jede Antwort die richtigen Channels öffnet.
Häufige Fragen
Warum kann ich das Onboarding nicht aktivieren?
Meist fehlen Standardkanäle. Discord verlangt mindestens 7, von denen 5 für @everyone schreibbar sein müssen. Außerdem muss der Server ein Community-Server sein.
Sehen bestehende Mitglieder das Onboarding auch?
Nein, es läuft beim Beitritt. Wer den Server verlässt und neu beitritt, durchläuft es erneut. Bestehende Mitglieder können ihre Auswahl aber über Kanäle & Rollen oben in der Channel-Liste anpassen. Weise im Ankündigungs-Channel darauf hin, wenn du neue Fragen hinzufügst.
Kann Lizbot Onboarding-Fragen stellen?
Nein, Fragen und Antworten laufen über Discords eigenes Onboarding. Lizbot ergänzt es mit persönlicher Begrüßung, Begrüßung bei Rollenvergabe, Rollenmenüs, Regeln und Verifizierung.
Onboarding oder Rollenmenü, was ist besser?
Beides zusammen. Das Onboarding fragt beim Beitritt gezielt nach den wichtigsten Rollen, ein Rollenmenü in einem sichtbaren Channel macht spätere Änderungen leicht. Ohne Community-Server ist ein Rollenmenü der einfachste Weg zu Interessen-Rollen.
Kostet das etwas?
Discords Onboarding ist kostenlos. In Lizbot sind Begrüßung, Begrüßung bei Rollenvergabe, Autoroles, Verifizierung und 5 Rollenmenüs im Free-Plan enthalten. Ab Pro kannst du beliebig viele Rollenmenüs anlegen.
Passende Funktionen in Lizbot
- Willkommensnachricht und Autorole für DiscordLizbot begrüßt neue Mitglieder im Channel und per DM, vergibt Startrollen automatisch und verabschiedet, wer geht. Mit Platzhaltern, Embeds und mehreren Sprachen.
- Verifizierungs-Bot für Discord mit CaptchaNeue Mitglieder sehen zuerst nur den Verifizierungs-Channel. Zugang gibt es per Knopf, über eine Webseite mit Captcha oder mit einem Code per E-Mail.
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